{"id":267,"date":"2023-04-28T01:53:57","date_gmt":"2023-04-27T23:53:57","guid":{"rendered":"http:\/\/en-go.de\/?page_id=267"},"modified":"2023-04-28T02:02:52","modified_gmt":"2023-04-28T00:02:52","slug":"reihenmittelhaus-mit-luftwaermepumpe","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/en-go.de\/wordpress\/index.php\/reihenmittelhaus-mit-luftwaermepumpe\/","title":{"rendered":"Reihenmittelhaus mit Luftw\u00e4rmepumpe"},"content":{"rendered":"\n
Im Rheinland wurden von einem Bautr\u00e4ger 1994 eine Wohnsiedlung errichtet.<\/p>\n\n\n\n Dort sollte ein Reihenmittenhaus mit durchgehenden Gauben auf Eigent\u00fcmerwunsch von Gas auf eine Luftw\u00e4rmepumpe f\u00fcr die Beheizung und Warmwasserbereitung umgestellt werden.<\/p>\n\n\n\n Das Objekt mit einer Wohnfl\u00e4che von knapp 10 m\u00b2 wurde bereits durch eine Einblasd\u00e4mmung in Dachbereich saniert und mit einer nach S\u00fcden gerichteten 14,5 m\u00b2 gro\u00dfen PV-Anlage nebst Batteriespeicher ausgestattet.<\/p>\n\n\n\n Durch eine bedarfsorientierte Berechnung des Geb\u00e4udeenergiebedarfs konnte eine erforderliche Gr\u00f6\u00dfe der Anlagentechnik von 7 kW bestimmt werden.<\/p>\n\n\n\n Diese Leistung sollte durch eine W\u00e4rmepumpe bis zu einem Bivalenzpunkt von -7\u00b0 C abgedeckt werden um geringe Betriebskosten realisieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n Ohne weitere Ma\u00dfnahmen an der Geb\u00e4udeh\u00fclle umzusetzen, verbesserte sich das Objekt durch den Einbau einer Luft-W\u00e4rmepumpe (LWP) um 52% und wurde von der Effizienzhausklasse \u201eE\u201c auf die Klasse \u201eA\u201c angehoben.<\/p>\n\n\n\n Durch Umbau der Anlagentechnik im Jahr 2020 wird der Geb\u00e4udeenergiebedarf des Hauses mit 68,6% erneuerbaren Energien abgedeckt.<\/p>\n\n\n\n Hierdurch konnte der CO2-Aussto\u00df auf 26,4 kg\/(m\u00b2a) gesenkt werden.<\/p>\n\n\n\n Der Forderung des Auftraggebers, dass die Betriebskosten der neuen W\u00e4rmepumpe nicht h\u00f6her sein sollten als die Gaskosten des Objektes vor dem Umbau, konnte, belegt durch ein Monitoring, entsprochen werden.<\/p>\n\n\n\n Wissenswertes \u00fcber die Luft-Wasser-W\u00e4rmepumpe (LWP)<\/strong><\/p>\n\n\n\n Eigentlich sind Luftw\u00e4rmepumpen ja nichts anderes, als eine von Carl Linde 1877 patentierte K\u00e4ltemaschine mit einem kleinen Apple-Computer zur Steuerung.<\/p>\n\n\n\n Das ganze funktioniert dann als linksdrehender K\u00e4ltekreislauf wie Ihr K\u00fchlschrank.<\/p>\n\n\n\n Die Effektivit\u00e4t der Maschine wird durch die JAZ (Jahresarbeitszahl) beschrieben, also der Quotient aus der abgegebenen thermischen Heizleistung zur aufgenommenen elektrischen Antriebsleistung.<\/p>\n\n\n\n Je gr\u00f6\u00dfer die JAZ, um so besser ist das Ger\u00e4t und umso niedriger Ihre Stromkosten. <\/p>\n\n\n\n Problem 1, die JAZ wird bei der WW-Bereitung schlechter, weil eine gr\u00f6\u00dfere Temperatur abgegeben werden muss.<\/p>\n\n\n\n Problem 2, bei Luftw\u00e4rmepumpen sinkt die JAZ im Winter, weil die gr\u00f6\u00dfte Leistung abgerufen wird w\u00e4hrend jedoch die W\u00e4rmequellentemperatur (die Au\u00dfenluft) am k\u00e4ltesten ist.<\/p>\n\n\n\n Hier passieren die meisten Fehler bei der Auslegung.<\/p>\n\n\n\n Denn aus Gr\u00fcnden der Vergleichbarkeit werden die Maschinen bei definierten Bedingungen und Temperaturen gepr\u00fcft, das Ergebnis als COP in den Datenbl\u00e4ttern der Hersteller angegeben.<\/p>\n\n\n\n Die Pr\u00fcftemperaturen sind +7\u00b0 C, +2\u00b0 C und -7\u00b0 C.<\/p>\n\n\n\n W\u00e4hrend die BAFA im Bestand zur F\u00f6rderung einer LWP eine JAZ von 3,5 bei +2\u00b0 C verlangt, um das Ger\u00e4t zu f\u00f6rdern, beschriften die Hersteller Ihre Ger\u00e4te mit der bei +7\u00b0 C erreichten Leistung.<\/p>\n\n\n\n Wenn z.B. eine Maschine mit 14 kW (bei +7\u00b0 C) verbaut wird, kann diese Maschine aber bei -7\u00b0 C wegen der geringeren W\u00e4rmequellentemperatur (Au\u00dfenluft) nur noch 8,57 kW an Heizleistung abgeben.<\/p>\n\n\n\n Wurde jedoch ein Geb\u00e4udeenergiebedarf von 11 kW errechnet, muss die Leistungsdifferenz zwischen 11 kW und 8,57 kW durch den Zusatzheizk\u00f6rper gedeckt werden damit Sie nicht frieren.<\/p>\n\n\n\n Der Zusatzheizk\u00f6rper wird aber nicht mit dem verg\u00fcnstigten W\u00e4rmepumpenstromtarif betrieben, sondern mit dem 33% teureren Haushaltsstrom, was einen gravierenden Einfluss auf die Betriebskosten hat.<\/p>\n\n\n\n Bei der Auswahl der Luft-W\u00e4rmepumpe ist daher in unseren Breitengraden immer die Leistungsdeckung des Geb\u00e4udes bei Minustemperaturen anzustreben<\/p>\n\n\n\n und neben der TA-L\u00e4rm, die F\u00f6rderbedingungen der BAFA an die JAZ (3,5 im Bestand) zu beachten.<\/p>\n\n\n\n Problem 3, die Trinkwasserverordnung (TrinkwV) Aus Hygienegr\u00fcnden sind nach TrinkwV stagnierende Rohrleitungsstrecken zu vermeiden und das gesundheitssch\u00e4dliche Legionellenwachstum zu unterbinden.<\/p>\n\n\n\n Hierf\u00fcr reicht es im Ein- und Zweifamilienhaus aus, den Warmwasserspeicher einmal w\u00f6chentlich abzukochen (thermische Desinfektion).<\/p>\n\n\n\n Da W\u00e4rmepumpen keine Temperaturen von 90\u00b0 C zum Abt\u00f6ten der Legionellen zur Verf\u00fcgung stellen k\u00f6nnen, erfolgt das w\u00f6chentliche Abkochen also mit dem Zusatzheizk\u00f6rper!!! (Stromtarif \u2013 siehe oben).<\/p>\n\n\n\n Im Mehrfamilienbau, also bei mehr als 2 WE, fordert die TrinkwV das t\u00e4gliche Abkochen \/ Desinfizieren der WW-Speicher!<\/p>\n\n\n\n Egal wie gut, effektiv und g\u00fcnstig Ihre W\u00e4rmepumpe arbeitet,<\/p>\n\n\n\n durch das t\u00e4gliche Abkochen wird dann dieser Effekt zunichte gemacht.<\/p>\n\n\n\n Problem 3a), im Gegensatz zu Verbrennern welche als Sprinter aufzufassen sind, ist die W\u00e4rmepumpe eher mit einem Dauerl\u00e4ufer zu vergleichen.<\/p>\n\n\n\n Aus diesem Grund sind auch die aktuellen DIN-Angaben und technischen Regeln zur WW-Bevorratung nicht anzuwenden.<\/p>\n\n\n\n Gem\u00e4\u00df den aktuell geltenden technischen Regeln w\u00e4re eine Menge von 40 l\/Person und Tag als Trinkwarmwasserbevorratung ausreichend.<\/p>\n\n\n\n Bei einem 10 Minuten andauernden Duschvorgang mit einer einfachen Duschbrause haben sie aber bereits 150 l Wasser gezapft\/verbraucht.<\/p>\n\n\n\n W\u00e4hrend das Gasger\u00e4t als \u201eSprinter\u201c hier schnell nachliefert, kann der Dauerl\u00e4ufer WP nur mit einem gr\u00f6\u00dferen WW-Speicher hierauf reagieren, damit die durch nachstr\u00f6mendes Kaltwasser sich einstellende Mischtemperatur im Speicher nicht sofort \u00fcber den Flanschheizk\u00f6rper auf die nach TrinkWVo. vorgeschriebene Mindesttemperatur angehoben werden muss.<\/p>\n\n\n\n Aufgrund der gr\u00f6\u00dferen Warmwassermenge im Speicher, die wegen Legionellen t\u00e4glich abgekocht werden muss, erh\u00f6ht sich auch die zur Temperaturanhebung des Speichers auf 90\u00b0 C zur thermischen Desinfektion ben\u00f6tigte elektrische Energie!<\/p>\n\n\n\n Aktuell ist nur ein Hersteller, die GlenDimplex, in der Lage diese Problematik zu l\u00f6sen, weshalb ich i.d.R. im MFH-Bau deren Aggregate favorisiere.<\/p>\n\n\n\n Mit dem patentierten und zugelassenen Durchflussmesser DFM 1988 ist man in der Lage nachzuweisen das der Durchsatz des WW-Speichers in der Art erfolgte, dass ein Legionellenwachstum nicht m\u00f6glich ist und deshalb auf das t\u00e4gliche Abkochen verzichtet werden kann.<\/p>\n\n\n\n Im Zusammenhang mit einem Monitoring an einem Objekt mit 16 WE habe ich auslesen k\u00f6nnen, dass die thermische Desinfektion im Durchschnitt dort nur alle 5 \u2013 6 Tage durchgef\u00fchrt wurde.<\/p>\n\n\n\n Auch Stiebel Eltron ist aufgrund einer zugelassenen Anlagenschaltung in der Lage, diese Problematik bew\u00e4ltigen zu k\u00f6nnen, w\u00e4hrend die meisten W\u00e4rmepumpenproduzenten hierf\u00fcr ein mehr an Anlagentechnik ben\u00f6tigen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":" Im Rheinland wurden von einem Bautr\u00e4ger 1994 eine Wohnsiedlung errichtet. Dort sollte ein Reihenmittenhaus mit durchgehenden Gauben auf Eigent\u00fcmerwunsch von Gas auf eine Luftw\u00e4rmepumpe f\u00fcr die Beheizung und Warmwasserbereitung umgestellt werden. Das Objekt mit einer Wohnfl\u00e4che von knapp 10 m\u00b2 wurde bereits durch eine Einblasd\u00e4mmung in Dachbereich saniert und mit einer nach S\u00fcden gerichteten 14,5 … <\/p>\n<\/figure>\n\n\n\n
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